Zunftgeschichte

Unser Narrenlicht

Die Ribblinghieler

Im Alemannischen nennt man Ribbling das, was auf Schriftdeutsch Murmel heißt. Oftmals wurden spielenden Kindern von Größeren die tönernen, bunten Ribbling zertreten, die weinenden Kleinen wurden dann in unserer Mundart verächtlich "die Ribblinghieler" genannt.


Gastwirt Dr. Fritz Rhino vom Kleinen Meyerhof kam 1936 auf die Idee, mit seinem immer bei ihm tagenden Stammtisch die noch junge Freiburger Fasnet zu unterstützen. Er gründete den Löchleklub, der sich mit großem Eifer am Wagenbau und an dem Rosenmontagsumzügen beteiligte.


Nach einer Zwangspause während des Krieges, aus dem auch einige Löchlebrüder nicht zurückkehrten, traf man sich wieder im durch den Krieg verschonten Kleinen Meyerhof. Die Runde beschloss 1951, sich wieder aktiv an der Freiburger Fasnet zu beteiligen. Unter der Bezeichnung "Stammtisch Kleiner Meyerhof" beteiligten sie sich aktiv als Schulklasse und einem großen Umzugswagen am Rosenmontagsumzug 1952.


Als heulende Kinder, mit Gummimaske, Perücke und Kinderschürze nahm diese Gruppe dann jahrelang an Bällen und Umzügen teil. 1957 war es dann soweit, ein neuer Weg wurde beschritten. Im Kleinen Meyerhof wurde am 2.4. das Narrennest der Ribblinghieler, Ursprung Löchleklub 1936, gegründet. 13 junge, aktive Mitglieder waren bereit, in das neu gestaltete Häs zu schlüpfen. Viele passive Freunde unterstützten sie dabei.


Das neue Häs aus blauem Stoff, weißem Kragen und aufgesetzter Tasche mit bunten Punkten, die Holzmaske mit dem weinenden Kindergesicht und gelber Perücke fand großen Anklang. Am 11.11.1957 wurde diese Gruppe in die BNZ aufgenommen. Die Ribblinghieler waren gleichzeitig die erste und bisher einzige Narrengruppe, die von einem weiblichen Zunftvogt geleitet wurden. Die Ausgrabungszeremonie wurde im Colombipark durchgeführt, während vieler Jahre wurden im Zunftlokal Zunftbälle und andere frohe Feste durchgeführt.


Immer wieder beteiligten sich die Ribblinghieler mit gut gestalteten Umzugswagen und aktuellen Themen an den Umzügen.

 

Heute noch wird als Abschluss der Fasnet an Dienstagnacht die Verbrennung mit anschließendem "Narrenfraß" durchgeführt.

 

Seit 1973 gestalten die Ribblinghieler am Fasnetdienstagnachmittag im Stühlinger einen Kinderumzug, an dem sich die Jugend, bis heute, mit großer Begeisterung beteiligt.

Dieser Kinderumzug können die Ribblinghieler dank der alljährlichen Unterstützung der Stühlinger Geschäftswelt durchführen.

Nach dem Umzug bekommt jedes Kind daher kostenlos eine Wurst im Wecken und ein Schoki und für die Kinder werden Spiele angeboten, bei denen sie kleine Sachpreise gewinnen können.

 

An der Freiburger Straßenfasnet beteiligen sich die Ribblinghieler jedes Jahr mit einem Glühweinstand auf der Kaiser-Joseph-Straße.

Hier wird jedes Jahr, am Fasnetssonntag, für die Kinder ein kostenloses "Wurstschnappen" veranstaltet. Hier gibt es nicht nur Würste sondern auch kleine Geschenke und Bonbons für die Kinder.

 

Unterm Jahr sind die Ribblinghieler natürlich auch aktiv.

So werden gemeinsame Ausflüge, Grillfeste, Hüttenwochenenden und vieles mehr gemeinsam durchgeführt.

 

Am ersten Juliwochenende sind die Ribblinghieler auf dem Rathausplatzhock der Breisgauer Narrenzunft in Freiburg mit einem Getränkewagen anzutreffen.

 

Leider haben die Ribblinghieler derzeit kein Vereinslokal im Stühlinger. Die monatlichen Versammlungen, sowie auch z. B. die Jahresabschlussfeier, werden in der Zunftstube der Breisgauer Narrenzunft in der Turmstraße durchgeführt.

Die Monatsversammlungen der Mitglieder finden immer am ersten Dienstag des Monats statt.

 

Quelle Text, Wolfgang Herterich FREIBURGER FASNET -einst und heute-.